Heer stellt 2027 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr auf
Der selbstständige Verband für unbemannte Systeme soll Aufklärung, Wirkung und das Abfangen gegnerischer Drohnen bündeln. Er gehört zu den Divisionstruppen der 10. Panzerdivision.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat am 1. Oktober 2026 auf dem Truppenübungsplatz Bergen angekündigt, dass das Heer im Laufe des Jahres 2027 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr aufstellt. Der selbstständige Verband für unbemannte Systeme soll Fähigkeiten für Aufklärung, Wirkung und das Abfangen gegnerischer Drohnen bündeln.
Die Ankündigung fiel in einer Pressekonferenz nach einem Besuch der Experimentalserie Land. Dort prüft das Heer Systeme unter gefechtsnahen Bedingungen, zuerst einzeln, dann im Informations- und Kommunikationsverbund, mit der Truppe auf dem Übungsplatz.
Neben fliegenden Systemen sollen unbemannte Landsysteme zum Regiment gehören. Es soll Reichweiten vom Nah- und Nächstbereich, zum Teil mit kleinen Aufklärungs- und Wirkungsdrohnen, über die mittlere Distanz bis zu weiten Distanzen abdecken und eine Kompanie zum Elektronischen Kampf erhalten.
Das Regiment wird Teil der Divisionstruppen der Division 2025, der 10. Panzerdivision. Diese Divisionstruppen verstärken nach der Darstellung der Bundeswehr die Brigaden im Gefecht; seit 2024 gehören dazu unter anderem eigene Artillerie, Fernmeldekräfte, Pioniere, Aufklärer und zusätzliche Logistik.
Unbemannte Systeme bleiben nach Pistorius zugleich in den übrigen Verbänden des Heeres. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, sagte, im Verlauf des Jahreswechsels 2026/2027 beginne der Aufbau in der Jägertruppe, der Aufklärungstruppe und der Panzertruppe. In der Meldung der Bundeswehr vom 2. Oktober 2026, auf die das Bundesministerium der Verteidigung verweist, lautet sein Satz: „Jetzt erweitern wir den Rahmen, indem wir auch dieses selbstständige Regiment aufstellen werden.“
Freuding hält das selbstständige Regiment und die Einbindung in die Truppengattungen beide für erfolgversprechend. Er sagte, das werde beim unbemannten Kampf Tempo bringen.
Pistorius begründete den Schritt mit dem Geschehen auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine. Datenhoheit, Vernetzung und Innovationszyklen bestimmten dort über Erfolg und Misserfolg, unbemannte Systeme spielten eine immer wichtigere Rolle. Deutschland profitiere bei der Innovation von der strategischen Partnerschaft mit der Ukraine; die Verbindungen zu den dortigen Streitkräften sollten helfen, Erfahrungen vom Gefechtsfeld zu lernen, zu testen und umzusetzen.